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R.I.P. MARIUS

rip-marius

Die Welt trauert um eine Giraffe und regt sich über einen Zoodirektor auf. Und ich kann mich da meiner Meinung ebenfalls nicht enthalten. In Kopenhagen wurde ein junger Giraffen-Bulle (18 Monate) mit einem Bolzenschussgerät getötet und dann in aller Öffentlichkeit autopsiert. Dies geschah angeblich im Namen der Wissenschaft, aber neben (angeblich) zahlreichen Medizinstudenten konnte man auf youtube-Videos vorallem Familien mit Kindern sehen, die dieses “Spektakel” staunend beobachteten. Da rückt doch gleich der Verdacht näher, dass es hier eher um Besucherzahlen ging - und eben nicht um die Wissenschaft. Überhaupt erklärt sich es mir nicht, warum ein junges, gesundes Tier getötet wird, wenn es doch einen anderen Zoo gegeben hat, der den Giraffen-Bullen gerne aufgenommen hätte. Auch hier gibt es fadenscheinige Argumente. Er hätte nichts sinnvolles zum Erhalt seiner Art beitragen können und so schliesse man in Zoos eben Inzucht aus. Jaja. Alles gut und schön, aber für mich zählt hier immer noch, dass ein anderer Zoo ihn ja genommen hätte. Tierschützer sprechen von Kastration, Verhütungsmethoden oder Auswilderung als Möglichkeiten. Aber auch dies sei alles keine Option gewesen. Da wollte sich einer wohl nicht helfen lassen und nun kriegt der Zoodirektor Morddrohungen. So weit muss es nicht kommen. Das Prinzip Zoo sollte langsam wirklich überdacht werden, stammt es doch aus einer Zeit, die längst überholt ist. Ganz typisch wie der Mensch nun mal ist, will er sich alles unbekannte zu eigen machen, einsperren, begaffen oder sezieren. Ja, so ist unsere Spezies. Aber wenn wir uns nicht weiterentwickeln würden, dann hätten wir auch noch keine sanitären Anlagen. Es ist also viel passiert, seit der erste Zoo aus dem Boden gestampft wurde. Man muss mittlerweile nicht mehr Tiere in viel zu kleinen Gehegen begaffen, um zu wissen, dass es sie gibt. Denn die Existenz eines Zoos wird ja hauptsächlich damit begründet. Ich weiss aber auch, dass es Tiefseefische gibt und werde wohl nie einen echten zu Gesicht bekommen. Und damit kann ich wunderbar leben. Wer wilde Tiere sehen möchte, der kann Reisen unternehmen. Sollte sich aber immer bewusst sein, dass wir es sind, die in ihr Revier eindringen und nicht andersrum. Aber zurück zu Marius: wie schade und schlimm, dass dieses junge Tier kein Recht auf Leben hatte und die Gründe hierfür mehr als bekloppt sind. Denkt somit über euren nächsten Zoobesuch nach. Mach’s gut, Marius. Schade dass du im Kopenhagener Zoo geboren wurdest.

xxbina

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